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26.02.2013

ZSA-Vorwahlbefragung zeigt: NÖ verpasst den Anschluss!

Wien, St. Pölten – Wie kommt Niederösterreich in die Zukunft? Die bundesweite Plattform Zukunft statt Autobahn (zsa) hat im Vorfeld der Landtagswahl am 3. März alle kandidierenden Parteien zu Mobilität, Regionalentwicklung, Bildung, Forschung, Umwelt- und Klimaschutz befragt.

Das Ergebnis: "Im Wesentlichen lässt die Landespolitik kreative mutige Zugänge vermissen", bedauert zsa-Sprecher Axel Grunt. "ÖVP und SPÖ liefern vor allem in Sachen Mobilität kaum mehr als Lippenbekenntnisse."

Das Thema S34 wurde dabei selbstverständlich auch abgefragt, hier die Ergebnisse:

(c) ÖVP

Die ASFINAG plant eine Schnellstraße (S34) bei St. Pölten. Laut Umweltbericht der SPV hat diese Strecke enorme Bedeutung für die Transitroute Graz–Znaim und ist daher in Bundeskompetenz (ASFINAG).

Braucht Niederösterreich tatsächlich eine Transitroute (Achse St. Pölten–Graz), so wie in der strategischen Prüfung begründet?

Die S 34 ist für uns in NÖ nicht als Verbindung nach Graz konzipiert und somit auch keine Transitroute. Die S 34 dient zur besseren Anbindung des Traisen- und Gölsentales an die A 1-Westautobahn und zur Entlastung der B 20 und B 39.

Wenn das nicht der Fall ist, sondern "nur" eine Umfahrung von St. Pölten gebaut wird, warum wird die S34 durch die ASFINAG geplant?

Die S 34 übernimmt wie oben erwähnt eine wichtige Zubringerfunktion aus Richtung Süden an das bestehende Autobahnnetz, ähnlich der Funktion, die die S 33 aus Richtung Norden als Zubringer für den Zentralraum erfüllt. Durch die Hochrangigkeit und die Festlegung im Bundesstraßengesetz fällt dieses Vorhaben klar in den Kompetenzbereich der Asfinag.

Wie stehen Sie zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Traisental anstelle der S34?

Der öffentliche Verkehr im Traisental wurde bereits deutlich attraktiviert (gute Abstimmung Bus-Bahn, Halbstunden-Takt zu Spitzenzeiten und Einrichtung eines Taktknotens in St.Pölten mit Direktverbindungen nach Linz und Wien). Auch die Mariazellerbahn wird attraktiviert mit Auswirkungen auf den Verkehr im Gölsental.

(c) SPÖ

Die ASFINAG plant eine Schnellstraße (S34) bei St. Pölten. Laut Umweltbericht der SPV hat diese Strecke enorme Bedeutung für die Transitroute Graz–Znaim und ist daher in Bundeskompetenz (ASFINAG).

Der Ausbau der S34 erfolgt als Westumfahrung für die Landeshauptstadt St. Pölten. Die 9 km lange Strecke beginnt bei der Raststätte Völlerndorf, führt entlang der B20 zwischen St. Pölten und Obergrafendorf Richtung Süden und geht dann in die Mariazellerstraße über. Eine Transitroute ist nicht geplant.

Wenn das nicht der Fall ist, sondern "nur" eine Umfahrung von St. Pölten gebaut wird, warum wird die S34 durch die ASFINAG geplant?

Die Gründe für die Planung durch die ASFINAG sind mir nicht bekannt.

Braucht Niederösterreich tatsächlich eine Transitroute (Achse St. Pölten–Graz), so wie in der strategischen Prüfung begründet?

Wenn das nicht der Fall ist, sondern "nur" eine Umfahrung von St. Pölten gebaut wird, warum wird die S34 durch die ASFINAG geplant?

Wie stehen Sie zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Traisental anstelle der S34?

Ich trete für die Schaffung eines Taktverkehrs für das Traisental ein. Gleichzeitig muss das Traisental aber auch über ein ausgebautes Straßensystem verfügen, um die wirtschaftliche Entwicklung der Region NÖ Mitte weiterhin zu gewährleisten.

(c) GRÜNE

Die ASFINAG plant eine Schnellstraße (S34) bei St. Pölten. Laut Umweltbericht der SPV hat diese Strecke enorme Bedeutung für die Transitroute Graz–Znaim und ist daher in Bundeskompetenz (ASFINAG).

Braucht Niederösterreich tatsächlich eine Transitroute (Achse St. Pölten–Graz), so wie in der strategischen Prüfung begründet?

Nein. Wir GRÜNE sind überzeugt, dass es gerade in der heutigen Zeit bessere und ökologisch vertretbarere Möglichkeiten gibt, Waren zu transportieren.

Wenn das nicht der Fall ist, sondern "nur" eine Umfahrung von St. Pölten gebaut wird, warum wird die S34 durch die ASFINAG geplant?

Diese Fragen stellen wir GRÜNE uns auch, möglicherweise um der Baulobby einen Gefallen zu tun, denn diese Lobby ist einflussreich und zu mächtig.

Wie stehen Sie zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Traisental anstelle der S34?

Sehr positiv, dass ist der bestmögliche Weg um auch unseren Kindern und Enkerln eine möglichst intakte Umwelt und Natur zu hinterlassen.

(c) KPÖ

Die ASFINAG plant eine Schnellstraße (S34) bei St. Pölten. Laut Umweltbericht der SPV hat diese Strecke enorme Bedeutung für die Transitroute Graz–Znaim und ist daher in Bundeskompetenz (ASFINAG).

Braucht Niederösterreich tatsächlich eine Transitroute (Achse St. Pölten–Graz), so wie in der strategischen Prüfung begründet?

Diese Achse liegt sehr nahe an der Achse Znaim-Wien-Graz und wäre wegen der Berge (Annaberg, Josefsberg, Seeberg) und engen Täler (z. B. beiThörl) enorm schwierig zu bauen. Naturzerstörung droht. Es würde genügen, für die Pendler und Betriebe aus dem Raum Lilienfeld / Mariazell leistungsfähige Bahn- und Straßenverbindungen zu schaffen. Eine Durchfahrtsachse ist unnötig.

Wenn das nicht der Fall ist, sondern "nur" eine Umfahrung von St. Pölten gebaut wird, warum wird die S34 durch die ASFINAG geplant?

Weil da die dafür notwendige Verschuldung nur versteckt im Bundesbudget (als Haftung) aufscheint.

Wie stehen Sie zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Traisental anstelle der S34?

Die ist längst überfällig!

(c) CPÖ

Die ASFINAG plant eine Schnellstraße (S34) bei St. Pölten. Laut Umweltbericht der SPV hat diese Strecke enorme Bedeutung für die Transitroute Graz–Znaim und ist daher in Bundeskompetenz (ASFINAG).

Braucht Niederösterreich tatsächlich eine Transitroute (Achse St. Pölten–Graz), so wie in der strategischen Prüfung begründet?

Die Begründung für die S34 halte ich für nicht nachvollziehbar.

Wenn das nicht der Fall ist, sondern "nur" eine Umfahrung von St. Pölten gebaut wird, warum wird die S34 durch die ASFINAG geplant?

Das ist blosse Finanzkosmetik.

Wie stehen Sie zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs im Traisental anstelle der S34?

Ja - unbedingt. 
Jeder, der einige Male mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, erkennt die Vorteile.

Team Stronach, FPÖ und Piratenpartei haben sich nicht beteiligt. 

MUT konnte keine Zeit finden die doch recht umfangreichen Fragen und komplexen Zusammenhänge zu beantworten. In der Befragung ging es selbstverständlich nicht nur um die S34 sondern um viel mehr Fragen zu Zukunftsthemen.

Den kompletten Artikel gibts bei >> oekonews.at

01.10.1987

Verkehrsstudie von Univ.-Prof. Hermann Knoflacher

Bereits im Jahre 1987 hat Univ.-Prof. Dr. Hermann Knoflacher eine Verkehrsstudie für die Region erstellt - beauftragt von der Niederösterreichischen Landesregierung und den ÖBB. Darin erteilt er dem Projekt S34 eine klare Absage (Schlusssatz daraus: „Aufgrund der Analyse ist nachweisbar, dass das Projekt nicht der Verkehrslösung dient, sondern dem bequemen und raschen Bau im Grünland ohne Rücksicht auf Folgewirkungen, verkehrliche Konsequenzen auf andere Verkehrsträger und ohne Rücksicht auf die betroffenen Gemeinden in der Folge dieses Projektes“).

Selbstverständlich wissen alle Betroffenen, wie sehr das stets steigende Verkehrsaufkommen an der B20 die Lebensqualität beeinträchtigt. Die Lösung lautet jedoch nicht, weitere nicht finanzierbare Straßenprojekte aus den 1980er Jahren aufleben zu lassen. Die Schulden der Errichtungsfirma ASFINAG stiegen bereits 2010 um 1 Milliarde Euro (das ist Steuergeld!); der Schuldenstand beträgt derzeit etwa 11,3 Milliarden.

Zitat aus dem Gutachten Knoflacher: „Da die bestehende B20 auch in Zukunft für den LKW-Verkehr nicht gesperrt werden kann, weil sich entlang der B20 im zu entlastenden Abschnitt wichtige Betriebe befinden, wird es aufgrund der LKW-Maut auf ASFINAG-Strecken zu keiner Entlastung vom LKW-Verkehr auf der Bestandsstrecke kommen können“.  Darüber hinaus werden Pendler, die aus dem Süden kommen, weiterhin auf der B20 nach und von St. Pölten fahren, da sie sonst einen Umweg von mindestens 10 km pro Strecke in Kauf nehmen müssten.

Lesen Sie die Studie, entnehmen Sie interessante Details, die bis heute Gültigkeit haben und zum Nachdenken, vor allem aber zum Handeln anregen!

> die Verkehrsstudie als PDF