Home | Impressum
Home
News
Planung
Interessante Links aus der Presse
Transitverkehr
Themen
Lärm
Luftschadstoffe
Links
Kontakt

Luftschadstoffe

Der Straßenverkehr ist in Österreich - besonders auch in St.Pölten -  eine der Hauptursachen für Luftverschmutzung.

Dabei sind es recht unterschiedliche Substanzen, welche direkt oder indirekt (über Vorläuferstoffe) durch den Straßenverkehr freigesetzt werden und sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Zwar ist es durch technische Verbesserungen gelungen den Schadstoffausstoß einzelner Fahrzeuge zu verringern, die Zunahme der Gesamtverkehrszahlen, so wie der Trend hin zu immer größeren, stärkeren und daher „durstigeren" Autos (Stichwort SUV) haben diese Fortschritte wieder relativiert.

Die Auswirkungen der verkehrsinduzierten Luftverschmutzung stellen nach wie vor ein massives gesundheitspolitisches, aber auch volkswirtschaftliches Problem dar.

Für Österreich ergab eine Studie im Jahr 1999 bei den über 30jährigen 5600 Todesfälle durch Folgen der Luftverschmutzung. 2400 davon konnten direkt dem Straßenverkehr zugeordnet werden. Auch die ökonomischen Kosten sind außerordentlich. Für das Jahr 1999 ergaben sich durch Krankheit und Tod infolge verkehrsbedingter Luftschadstoffe Folgekosten von 6,7 Mrd Euro. Die schadstoffbedingten Kosten übertrafen in dieser Studie jene durch Unfallfolgen.

Wo wirken die Schadstoffe?

Die Auswirkungen der freigesetzten Luftschadstoffe manifestieren sich  je nach klimatischen und geographischen Umgebungsbedingungen unterschiedlich dramatisch. Das Wetter als wesentlicher Parameter für die Ozonbelastung ist von uns nicht zu beeinflussen. Ebensowenig können wir landschaftlich - geographische Vorgaben wesentlich verändern. Fakt ist aber, dass sich in Tallagen Abgase wesentlich langsamer verflüchtigen als im freien Gelände. Regionen, wie St.Pölten reagieren daher besonders sensibel auf zusätzliche Belastungen.

Generell kann für Hauptverkehrswege von einem Hauptbelastungsstreifen von 6 km Breite um die Straße ausgegangen werden. Für den konkreten Fall S34 westlich von St.Pölten heißt das also, dass völlig unabhängig von der Trassenführung die gesamte Bevölkerung von den schädlichen Auswirkungen betroffen wäre.

Weniger klar ist vielen, dass auch jenseits des eine Straße umgebenden Freigeländes, nämlich in den eigenen vier Wänden, beziehungsweise am Arbeitsplatz  die Luft durch eine nahe Straße verpestet wird.

Zu den am stärkten betroffenen zählen aber die Verursacher selbst. Die Schadstoffbelastung im Autoinneren ist in städtischer Umgebung 2-5 mal höher als n der Außenluft.

Welches sind die entscheidenden Stoffe?

Es ist nicht möglich die komplexen gesundheitlichen Folgen jeweils auf einen einzigen Schadstoff einzugrenzen. Durch das Zusammenspiel verschiedenster Substanzen kommt es, teilweise durch gegenseitige Verstärkung zu Gesundheitsschäden. Hauptbetroffen sind Atmungs- und Kreislaufsystem.

Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten verkehrsbedingten Schadstoffe:

 

Feinstaub (PM, Particulate Matter)

 ....ist keine einheitliche Stoffklasse sondern die Mischung kleinster Teilchen (Aerosole) in der Atemluft mit unterschiedlichsten chemischen und physikalischen Eigenschaften. Die Messung der Teilchen erfolgt in Mikrometer (Millionstelmeter).  PM10, also Teilchen der Größe 10 Mikromeer und darunter ist der meistgebrauchte Standard, da Teilchen ab dieser Größe in die Lunge gelangen ohne von den Schutzvorrichtungen in Nasen- Rachen- und Bronchialschleimhaut abgefangen und ausgeschieden zu werden. Von besonderer medizinischer Bedeutung ist aber PM2,5 da diese Teilchen bis in die Lungenalveolen (Ort des Gasaustausches) gelangen und von dort kaum mehr abtransportiert werden können. Sie sind besonders mit vorzeitigem Tod und Herzkreislauferkrankungen assoziiert.

Mit gewisser Vorsicht sind, teilweise beschwichtigende, Untersuchungen zu genießen welche mit vermeintlich niedrigen PM10 Zahlen hantieren. Die angegebenen Werte beziehen sich nämlich auf die Gesamtteilchenmasse und nicht die Anzahl. Wenige große PM10 Teilchen können daher durchaus dieselbe Masse besitzen wie viele der besonders gefährliche PM 2,5 Teilchen. 

Kohlenstoffdioxid (CO2)

....ist für den Körper nicht direkt schädlich. Als das wohl mengenmäßig wichtigste Treibhausgas hat es aber einen großen Anteil an der durch den Menschen verursachten Klimaerwärmung mit all ihren katastrophalen Folgen.

Kohlenstoffmonoxid (CO)

 ....verringert durch Bindung an den sauerstofftragenden roten Blutfarbstoff die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Wenngleich die normalerweise um Straßen vorkommende Konzentration nicht ausreicht um einen gesunden jungen Menschen unmittelbar zu vergiften, so kann gerade bei vorbestehenden  Herzkreislauf- oder Lungenerkrankungen eine prekäre Situation bis hin zu Todesfällen hervorgerufen werden.

Kohlenmonoxid ist überdies gefährlich, da es völlig farb-, geruchs- und geschmacklos ist.

Stickstoffdioxid (NO2)

 ....wirkt stark gewebeschädigend und führt dadurch zu Reizungen und Entzündungen der Atemwege. In hohen Konzentrationen reichen die Symptome von Husten über Atemnot bis hin zum lebensgefährlichen Lungenödem. In Konzentrationen wie sie üblicherweise um stark befahrene Straßen  vorkommen können bei Betroffenen im Blut Lungenenzyme al Zeichen des Zellzerfalls im Lungengewebe festgestellt werden. Bei längerer Exposition steigt das Risiko, an chronischer Bronchitis zu erkranken. 

Ozon (O3) 

....wird nicht direkt von Verbrennungsmotoren ausgestoßen, entsteht aber durch Einwirkung von Sonnenlicht auf  flüchtige organische Verbindungen (VOC) und Stickstoffoxide aus Autoabgasen. Ozon wirkt ebenfalls durch seine stark oxidierenden Eigenschaften direkt gewebeschädigend. Wiederum ist es der Atemtrakt welcher die schwerwiegendsten Schäden davonträgt.

Benzol und weitere krebserregende Substanzen

 ....sind mit erhöhtem Krebsrisiko an stark befahrenen Straßen assoziiert. Im Fall von Benzol besteht vor allem ein Zusammenhang mit Leukämie (Blutkrebs) und Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs). Langfristige hohe Belastungen durch Dieselabgase ergaben weiters einen mehr als 40%-igen Anstieg des Lungenkrebsrisikos.